180512 BaselMeeting Castrini12.05.18 - Es ist Tradition, dass sich die besten Sprinter und Hürdler zu Beginn der Saison jeweils auf der Schützenmatte in Basel zu ersten Fights treffen. Der TVL war gut vertreten. Andreas Ritz und Timo Castrini setzten dabei ganz besondere Akzente.     

Bild: Timo Castrini über 150m


100m U18

Timo Castrinimeldet sich eindrücklich zurück an die Spitze der Schweizer Sprintszene. In Basel hatte er keine ernsthaften Gegner. Über 100m dominierte er das Feld. Er erreichte das Ziel mit 4/10 Vorsprung. Mit einem kompakten und bis ins Ziel höchst engagierten Lauf verbesserte er seine persönliche Bestleistung auf 11.15 Sek. Da fehlten gerade mal noch 5/100 zur EM Limite. Ludovic Schatzmannlief ebenfalls in der stärksten Serie mit. Er liebt den Fight auf der Bahn, hat dafür auch jede Menge Selbstvertrauen. Manch einer hätte sich bei den engen Abständen, im Ziel lagen fünf Sprinter praktisch gleichauf, verkrampft. Ludo nicht. Er lief nach 11.57 Sek., mit persönlicher Bestleistung ins Ziel.    

150m 

Über die selten gelaufene Distanz waren in Basel mit Stefan Schmockerund Nando Aneaszwei Athleten am Start, die im TVL trainieren aber für andere Vereine starten. Beide liefen mangels Referenzwerten in der letzten Serie. Stefan hätte auch in der ersten Serie mithalten können. Mit 17.22 Sek. verzeichnet er eine persönliche Bestleistung. Nando hielt gut mit und wird künftig mit 17.76 Sek. gelistet. Beide zeigten technisch gute Läufe. Bei den U18 wiederholte sich über 150 Meter auf noch eindrücklichere Weise die Überlegenheit von Timo Castrini. Bei 0.2 m/sek. zu viel Rückenwind hatten seine Gegner nur noch Statistenrollen. Er war in jeder Phase des Rennens besser. Hatte er vor einem Jahr noch Mühe, den Rhythmus durchzuhalten, so kann er jetzt auch auf den letzten Metern das hohe Tempo durchziehen. Seine 16.41 Sek. liegen nur 6/100 über dem Schweizer Rekord. Erfreut stelle er nach dem Rennen fest, dass ihn in der Szene plötzlich deutlich mehr Leute kennen und grüssen. Ludovic Schatzmannmusste, ebenfalls mangels Referenzwert, in der zweiten Serie starten. Das war für ihn doppelt günstig. Diese Serie hatte mit 0.8 Sek. einen gültigen Rückenwind und er war den sieben Konkurrenten zum Teil deutlich überlegen. Seine 17.01 Sek. sind schlicht überragend. Er startet gut, kann sehr gut Kurven laufen, und er kann das Tempo halten, als hätte er eine leistungsstärkere Batterie geladen. Eine Randnotiz, er wäre in der stärksten Serie hinter Timo Zweiter geworden.   

300m

Mit etwas mulmigem Gefühl ging Silvan Lutzins erste Saisonrennen. Er hatte in den letzten Wochen mit kleineren aber ärgerlichen Beschwerden zu kämpfen. Daher war es nicht möglich, im Training die letztlich notwendige Sicherheit zu holen. Mal schauen wie es geht, geht auf seinem Niveau auch nicht. Er „muss“ sich den stärksten Gegnern stellen und er wird auch noch mit vielen Worten angekündigt. Das macht meist Freude, in dieser Situation etwas weniger. Es war Absicht, in diesem Rennen „sicher“ über die Runden zu kommen und gleichzeitig etwas die aktuellen Grenzen auszuloten. Guter Start, gute Beschleunigung und ebenso gut gelungene Schrittverlängerung. Technisch ebenfalls eine gute Kurve und auch, etwas erstaunlich in diesem Moment, eine gute Zielgerade. Was fehlte? Topzeiten, wie sie die Erstklassierten im Feld liefen, bedingen in jedem Moment des Rennens volle Attacke. Dazu war Silvan in diesem ersten Rennen noch nicht bereit. 34.79 Sek. eine gute, aber keine absolute Spitzenzeit. In der zweiten Serie ging Tim Stalderins Rennen. Gute erste 150m, auch im Vergleich mit den starken Gegnern. Dann noch vor Kurvenmitte schien er deutlich Speed zurück zu nehmen. 40 bis 50 Meter liess er nach, das reichte, um nicht mehr ganz vorne im Feld mit dabei zu sein. Es schien, als bräuchte er etwas Bedenkzeit, denn auf den letzten 60 Metern war dann deutlich stärker als die gesamte Konkurrenz. Seine 35.74 Sek. sind unter diesen Umständen bemerkenswert. Dario Kaufmannhatte es mit den Trainingskollegen Stefan Schmocker und Nando Aneas zu tun. Stefan war mit 36.71 Sek. deutlich schneller, Nano mit 39.66 Sek. deutlich langsamer. Dario lief erneut ein gutes Rennen, keine sichtbaren Schwächen waren auszumachen. Trotzdem würde man ihm etwas schnellere Zeiten zutrauen.    

300m Hürden 

Andreas Ritzlief Klasse. Er gewann gegen starke Gegner, er lief neue persönliche Bestleistung, er lief Schweizer Saisonbestleistung und er lief TV Länggasse Vereinsrekord. Grund nicht zufrieden zu sein? Den gab es in Basel. Die drittletzten Hürden waren auf eine falsche Marke gestellt. Andreas war erneut ganz stark gestartet. Die ersten Hürden passten rhythmisch trotz böigem Gegenwind perfekt. In der Kurve versuchten die starken Kurzhürdler Sales Inglin und Julien Bonvin an Ritz heranzukommen. Das schien aussichtslos bis unversehens der in vielen Rennen automatisierte Rhythmus empfindlich gestört wurde. Die Hürden standen nicht da, wo Andreas sie erwartet hätte. Er liess für einen kurzen Moment nach, und schon waren die Gegner nahe dran. Der Weg ins Ziel war dann härter als bei Rennhälfte erwartet. Die 36.38 Sek. waren mit Blick auf die Umstände überraschend und umso erfreulicher. Für Yves Maritz, seit letztem Jahr mit einer der besten Langhürdler der Schweiz, war der Start über 300m Hürden eine Premiere. Er startete in der zweiten Serie und er gewann diese Serie. Bei diesem Mangel an Routine ist verständlich, dass zu keinem Zeitpunkt die 100%ige Entschlossenheit vorhanden sein konnte. Start und die wichtige erste Hürden gelangen hervorragend. Der ganze Rest war auf einem hohen Niveau. Er vermochte den Lauf mit deutlichem Vorsprung auf die Konkurrenz ins Ziel zu bringen. Physisch und technisch einwandfrei. Bei den U20 wagte Simon Gerberin Basel an den Start zu gehen. Er hatte in den letzten drei Wochen keine Gelegenheit den Rhythmus vom Start zur ersten Hürde zu trainieren. Das Resultat war fatal. Seine hervorragende Startbeschleunigung wurde bei der ersten Hürde abrupt gebremst. Hochsprung, Landung und dann erst startete das Hürdenrennen des Vizemeisters. In der Kurve musste vorerst die Sicherheit gefunden, der Rückstand aufgeholt und die Lust wieder gefunden werden. Ausgangs Kurve war er noch Vierter, im Ziel Zweiter. Auf den letzten 50 Metern war Simon einmal mehr eine Klasse für sich, auch hürdentechnisch. Bei den Frauen startete Nerina Grossüber die 300m Hürden. Die zweite Serie war dafür die ideale Plattform. Zwei bessere und fünf schwächere Gegnerinnen waren die ideale Kulisse für ein Training unter Wettkampfbedingungen. Sie ist noch nicht ganz parat. Wenn das „Sprinterische“ noch dazu kommt, dann dürfte sie noch deutlich schneller als  nach 48.18 Sek (eine gute Zeit). ins Ziel kommen.       

Rangliste des Sprint- und Hürdenmeetings 2018

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