180510 Auffahrtsmeeting Lthal Ritz10.05.18 - Die Wetterprognose versprach 14° und eine Regenwahrscheinlichkeit von über 80%. Ganz so garstig war es dann nicht. Kühl schon, zwischendurch gab es immer mal wieder einige Regenschauer. Die Tribüne war gut besetzt, vorwiegend mit den Sporttaschen der Aktiven. Erstaunlich war, dass trotzdem einige sehr gute Leistungen erzielt wurden.

Bild: Andreas Ritz, souveränder Siger über 300m Hürden

Rangliste Auffahrtsmeeting Langenthal

100m Frauen

Dank ihrer guten Vorleistung durfte Anna Rotterin der Serie 2 (von 6) mitlaufen. So die Optik vor dem Start. Anna entschied sich jedoch nicht mit- sondern vorweg zu laufen. Guter Start, ordentliche Beschleunigung, gutes Stehvermögen, ein geringer Gegenwind von -0.2 waren die Rahmenbedingungen zu einer starken Leistung. Personal Best natürlich, aber mit gerade mal einem Vergleichswert will das nicht viel heissen. Rang 9 in der aktuellen Bestenliste, 2/10 hinter Rang 3, das will was heissen. Ebenfalls in Serie 2 startete Daniela Schlatter. Sie lief mit 13.10 Sek. eine ebenfalls beachtliche Zeit. Sie hat ein enorm „schnelles Fussgelenk“, eine Gnade für Sprinter. Wenn dazu noch eine entsprechende Schrittlänge kommt, wird sich das Nachwuchstalent Anna beeilen müssen. 

100m Herren

Hier schaffte es der erste Vertreter des TVL in die dritte Serie. Timo Castrini hatte sich vorgenommen, nicht vollen Speed zu laufen, sondern auf Entspannung und Schrittlänge zu achten. Das war bei den herrschenden Bedingungen klug. Er selbst meinte, am Start gar einen Meter verloren zu haben. Fotos bezeugen aber, dass dem nicht so war. Timo dominierte seine Serie und er vermochte trotzdem seine Zielsetzung umzusetzen. Die gelaufenen 11.27 Sek. bedeuten eine Verbesserung der persönlichen Bestleistung um fast 2/10. Damit ist Timo wieder an der Schweizer Spitze der U18 angekommen. Platz 2 in der Bestenliste. In der fünften Serie startete Ludovic Schatzmann. Ein gelungener Lauf, gute Technik, stark im Gegnerduell, dann die Durchsage des Speakers, 12.25 Sek. letzter der Serie. Das konnte doch stimmen. Ludo nahm es gelassen. Der Letztplatzierte der Serie meldete sich und erklärte unmissverständlich, er und nicht Ludo sei letzter gewesen. Eine Nachauswertung des Zielfilmes ergab, Ludo war nicht Letzter sondern erfreulicher Zweiter der Serie mit einer neuen persönlichen Bestleistung von 11.74 Sek. 

100m Hürden Frauen

Anna Rotter bereitet sich auf wichtige Hürdenrennen am NLA SVM und dem U20 SVM vor. Dabei machte sie in Langenthal in der zweiten Serie eine gute Figur. Ihre 15.79 Sek. dürften eher eine Zwischenstation zu noch besseren Zeiten bedeuten. Rhythmisch hat es noch nicht ganz geklappt. Da sind wir mal gespannt auf die nächsten Rennen. Entscheidend wird sein, dass die ersten von zehn Hürde als solches gesehen wird und nicht als das grosse Hindernis zu Beginn des Rennens.

110m Hürden Männer

Erstmals startete Moritz Stuker über die 110m Hürdendistanz und darf auf einen gelungenen Einstand zurückblicken. Die gelaufenen 16.19" werden aber am Ende der Saison ganz sicher nicht als Bestleistung stehen bleiben. Die gelaufene Zeit und der damit verbunenden Top-10 Platz in der U18 Bestenliste dürfen sich aber sehen lassen.

300m Hürden

Nerina Gross wagte in Langenthal ihr Saisondebüt über 300m Hürden. Sie zeigte sich technisch deutlich verbessert. Wenn da noch das Hürden s p r i n t e r ische Element dazu kommt, dürfte eine feine Langhürdenzeit herauskommen. Die 49.77 Sek. stellten sie nicht ganz zufrieden, auch das eine gutes Omen für schnellere Rennen. In der vierten Serie war Nerina auch über 600 Meter am Start. 1.43.26 brauchte sie für diese Strecke und sie vermochte sich damit auf dem vierten Rang zu klassieren.         

300m Herren

Silvan Lutz verzichtete wie viele seiner starken Konkurrenten bei diesen Bedingungen auf einen Start. So war für einmal die erste Serie nicht eines der Highlights des Meetings. Nick Stalder, nach seinem starken Auftritt in Lausanne erhielt ein Ticket in der zweiten Serie. Ganz starke Gegner wollten ihm das Leben schwer machen. Daraus wurde nichts. Nick lief auf und davon und vorneweg bis ins Ziel. 35.54 Sek. bedeuten neue persönliche Bestleistung und bringen ihn mit deutlichem Vorsprung auf Platz 1 der Bestenliste. Vor drei Monaten wurde er hinter Lionel Spitz Zweiter über 400m in der Halle. Eben dieser Lionel Spitz lief in dieser Serie mit. Er wurde mit beinahe 8/10 Rückstand Vierter der Serie. 

300m Hürden Herren

Kariem Hussein war angekündigt, letztlich aber nicht am Start. Andreas Ritz hatte trotzdem starke Konkurrenz unter anderen den SM Zweiten Mattia Tajana und den stark laufenden Emir Dridi vom STB. Andreas dominierte das Rennen, entgegen früheren Jahren, von A bis Z. Es dürfte sein allerbestes Hürdenrennen gewesen sein. Dieser Eindruck wurde auch von Hürdentrainer Thomas Wild bestätigt. Kälte, Nässe, Rückstand im Zeitplan, böiger Wind, das alles schien den Berner Routinier nicht zu beeindrucken. Eine Klasseleistung. Eine der stärksten Leistungen des gesamten Meetings.  

600m Männer

Eine sehr starke erste Serie mit erstaunlichen Resultaten. Pascal Furtwängler wurde Vierter mit 1.20.33 (PB). Der wiedererstarkte Hugo Santacruz Zweiter. Der 400 Meter Spezialist Luca Flück wurde mit 1.19.98 starker und erstaunlicher Dritter. Pascal war mit dem Rennverlauf nicht gänzlich zufrieden. Am Schluss fehlte die Tempofestigkeit um an die Spitze zu gelangen und die Spitze zu halten. Allerdings waren die Läufer auf der Ziellinie eng zusammen. Da war schon mal eher der Moment des Angriffes als die effektive Leistung entscheidend. Reto Ramseier hatte sich in der zweiten Serie sicherlich mehr vorgenommen als Rang 7 und 1.23.34. Allerdings war er nur 2014 über diese Distanz schon mal schneller unterwegs. Auch ihm fehlte auf der Zielgeraden die Tempofestigkeit. Trainer Peter Mathys mochte das nicht zu beunruhigen. „Kommt schon noch, daran muss jetzt halt noch etwas gearbeitet werden“.    

Frauen 600 Meter

Sina Sprecher knüpft nahtlos an ihre guten Leistungen vom Vorjahr an. Sehr gute 1.33.50 Min., Diese erfreuliche persönlich Bestleistung zeigt wie stark sie schon in Form ist. Der dritte Rang zeigt, genau wie bei den Männern dann doch auch, dass an der Endschnelligkeit noch gearbeitet werden kann. Das hat sie dann später am Tag in einem 300 Meter Rennen auch gleich gemacht. Ihre 41.67 Sek. sind eine erstaunliche Leistung. Sie läuft da voll mit den Sprinterinnen mit. 

1000m Männer

Hendrik Engel gelang über 1000 Meter eine Topleistung. Die Bedingungen waren schwierig,  es hatte viele Pfützen auf der Bahn 1, ein kalter Wind wehte. Unbeeindruckt davon aber mit exzellenter Unterstützung von Teamkollege Furtwängler, der sich als Tempomacher zur Verfügung stellte, lief Hendrik ein ganz starkes Rennen. Er ging das Tempo von Pascal mit und als er dann alleine vorweg laufen musste, powerte er mit einer Überzeugung vorwärts, dass es eine Freude war. Eine der seltenen Momente, in denen die Zuschauer gepackt und mitgerissen wurden. Mit über 2 Sekunden Vorsprung gewann der die an sich starke Serie. Alain Croisier, seit einer Woche Vize-Schweizermeister über 3000m Steeple lief ein regelmässiges und am Ende auch ein starkes Rennen. 2.30.63, die zweitbeste Zeit seiner Karriere. Er hat sich offensichtlich gut erholt und dürfte in diesem Jahr noch für einige Überraschungen gut sein. Hinter seinem leichtfüssigen Laufstil steht zunehmend auch Power und Druck. Kiflay Mengestabe lief völlig zurecht ebenfalls in dieser ersten, schnelleren Serie mit. Er ist ein beherzter Kämpfer, der alles gibt. Nicht erstaunlich, dass dieses Jahr vor seinem Ergebnis regelmässig ein „PB“ steht. 

1000m Frauen

Selina Baumbergerlief in der zweiten Serie ein sehenswertes Rennen. Eigentlich war das Tempo etwas zu langsam, aber vorneweg für eine schnelleres Rennen zu sorgen, mochte sie bei diesen Bedingungen dann doch nicht. Für die Mehrzahl der Läuferinnen war es ein gutes Rennen, sechs von zwölf in dieser Serie liefen persönliche Bestzeiten. Selina nicht. Gegen Endes des Rennens war sie mal kurzzeitig etwas im Feld eingeschlossen, es brauchte Energie da raus zu kommen, diese Energie fehlt möglicherweise am Schluss zum Seriensieg. Céline Pfeiffer startete in der dritten Serie, einer Serie, die ihr optimal passte. Sie konnte mitgehen, musste sich nicht vorausgaben und erzielte letztendlich mit 3.13.74 eine persönliche Bestzeit. Es ist schön, derart in die neue Saison zu starten.  

Weitsprung Männer

Nach zwei Meeting bereits zweimal PB notiert. Dies der beeindruckende Saisonstart von Moritz Stuker. Die ersmals übersprungenen 6m von leztem Wochenende bestätigte er auf souveräne Art und weise und liess sich bereits im ersten Sprung 6.13m notieren. Der etwas zu heftige Rückenwind von +2.1m/s dürften Moritz wenig stören, denn alle Experten auf den Zuschauerrängen bemerkten sofort, dass das Potenzial noch nicht ausgeschöft ist und somit auch reguläre Sprünge auf diese Weite und mehr gelingen werden.

Weitsprung Frauen

Mit einem Sechser-Ticket starteten die TVL-Frauen in den Weitsprungwettkampf und unsere Springerinnen zeigten nach Willisau von letztem Samstag auch in Langenthal eine geschlossene Teamleistung. Weitenmässig dürften aber nur Daniela Schlatter mit tollen 5.72m und Sahra Gerber mit neuer PB von 4.76m zufrieden sein. Bei allen anderen fehlte noch etwas Tempo, um im Bereich der Bestleistungen springen zu können. Marlen Schmid zeigte technisch und kämpferisch einen starken Wettkampf und notierte am Ende 5.45m als Resultat. Sowohl Athletin wie auch der Trainer-Staff war nach den Sprüngen jeweils überrascht, dass nicht grössere Weiten resultierten. Mit erholten Beinen und etwas mehr Speed sind Weiten weit jenseits der 5.50m-Marke zu erwarten. Konstant aber rund 20cm hinter den Erwartungen sprang Ramona Bachem mit 5.31m auf Rang sechs des Wettkampfs. Wie bei Tanja Muralt mit 4.47m und Joëlle Buri mit 4.44 muss auch Ramona den Speed über die Lockerheit und Elastizität im Anlauf erzwingen. Bei 12°C war dies in Langenthal aber ein schwieriges Unterfangen.

Dreisprung Frauen

Auch wenn ein Doppelsieg durch Marlen Schmid mit 11.34m und Ramona Bachem mit 10.50m resultierten, dürfen die Weiten nicht befriedigen. Gleiches Fazit gilt auch für die drei weiteren TVL-Springerinnen im Feld: Sahra Gerber mit 10.17m, Tanja Muralt mit 10.07m und Joëlle Buri mit 10.06m blieben wie die beiden Routiniers einen halben Meter und mehr hinter den zu erwartenden Leistungen zurück. Die gewonnenen Erkenntnisse geben aber wichtige Inputs für die kommenden Trainings und so werden die Leistungskurven aller Athletinnen in den nächsten Wettkämpfen deutlich nach oben zeigen.

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