1718A Vevey216.12.2017 - Letzten Samstag kam es zum Aufeinandertreffen der beiden ersten Mannschaften des HC Vevey und des TV Länggasse Bern. Mit erst einer Niederlage und einem 3. Platz war der Gastgeber aus der Romandie klarer Favorit gegen den TVL (vor dem Spiel Platz 8), dessen Formkurve in den letzten 3-4 Spielen jedoch klar nach oben zeigt.

Mit Siegen gegen Köniz, Yverdon und einem Remis gegen Nyon tankten die Stadtberner Selbstvertrauen für das letzte Spiel der Hinrunde und des Jahres 2017. Mit einem Sieg konnte man die unteren Tabellenregionen verlassen und sich einen Platz im oberen Mittelfeld der sehr ausgeglichenen und hart umkämpften 2.Liga Gruppe 6 erspielen. Ausserdem munden bekanntlich die Kaltgetränke und das anschliessende Mannschaftsessen viel besser mit einem Erfolg und 2 Punkten.

Der TV Länggasse war sich der schweren Aufgabe gegen einen unbekannten HC Vevey durchaus bewusst und startete konzentriert und strukturiert in das Spiel. Im Angriff wurde lange gespielt und die Berner kreierten teils klare und aussichtsreiche Abschlusspositionen. Einzig deren konsequente erfolgreiche Verwertung liess man vermissen. Das grosse Problem der Anfangsphase war jedoch die Abwehr. Praktisch alle Aktionen des HC gingen von ihrem überragenden Akteur auf Rückraum links aus. Die TVL-Abwehr vermochte es in keiner Abwehrkonstellation diese Aktionen, waren es Torwürfe, Durchbrüche oder Kreisanspiele zu verhindern. Die Gäste versuchten es mit zahlreichen verschiedenen Spielern und Konstellationen in der Abwehr, bekamen aber nie einen Zugriff auf den Gegner. Der entscheidende Spielunterbruch gelang nicht und so fand Vevey immer noch den finalen Pass oder die Chance zum Torwurf. Eine kurze Beratung im Trainerteam und die resultierende Entscheidung auf direkte Manndeckung gegen den alle Fäden ziehenden Mann zeigten ab ca. der 20. Minute ihre Wirkung. Vevey spielte nun ohne viel Druck und Ideen und die Abwehr des TVL erkämpfte sich im Zusammenspiel mit den Torhütern nun die Bälle. Im Angriff war es erneut Valerio Mollet, der für Torgefahr sorgte. Nun stellten auch die Gastgeber auf eine offensive Manndeckung gegen Mollet um. Jedoch nutzte das TVL-Team die sich bietenden grösseren Räume und agierte flexibel mit individuellem Kleingruppenspiel und war so mehrfach erfolgreich. Der zwischenzeitliche 5-Tore Rückstand konnte dadurch bis auf 3 Treffer reduziert werden. Der Pfiff zum 18:15-Halbzeitstand unterbrach leider die gute Phase der Gäste und man musste den Gang in die Pause antreten.

Erkenntnis der 1. Halbzeit: Mit 15 eigenen Treffern und in Anbetracht der zahlreichen ungenutzten Chancen war der TVL grundsätzlich gut im Spiel. Man hat eine Abwehrvariante gefunden, die den Gegner vor ernsthafte Probleme stellt und somit sollten das Match zu drehen und der Sieg absolut möglich sein.

Die 2. Hälfte wurde begonnen, wie die Erste geendet hat. Enge Abwehr gegen den linken Rückraum, sollte er sich an den Kreis absetzen stellt man automatisch auf 6:0 um. Der Gegner begann mit einer relativ defensiven Abwehr worauf der TVL sich erst einstellen musste. Die Gäste benötigten die ersten Minuten um zu ihrem Rhythmus zu finden. Wieder waren es v.a. Einzelaktionen der Gäste, welche zum Erfolg führten und den Vorsprung langsam schmelzen ließen. In der 40. Minute erzielte der TVL endlich den verdienten Ausgleich und ging danach mit 2-3 Treffern in Front. Die Gastgeber waren gezwungen abermals ihre Deckung umzustellen und öffneten mit 1-2 Vorgezogenen ihren Defensivriegel extrem. Der TVL konnte alle ihm gestellten Probleme durch gemeinsamen Kampf, individuelle Klasse und letztlich den Glauben an den Sieg lösen. Auch wenn es zum Schluss nochmals spannend wurde und der Gegner in der letzten Minute durch Ballgewinn die Möglichkeit zum 31:31-Ausgleichstreffer hatte, brachten die Stadtberner den Sieg über die Zeit und nahmen die 2 Punkte verdient mit in die Hauptstadt. Die Freude über diesen hart erkämpften Sieg und das enge aber positive Ergebnis waren sehr gross. Entsprechend laut und feucht-fröhlich war es in der Kabine und anschliessend bei der Heimfahrt im Mannschaftsbus. Das Teamessen im Restaurant Beaulieu waren ausgelassen und der Mannschaftsabend endete gebührend für einige am nächsten Morgen … ;)

 

Für den TVL kämpften und siegten:

HC Vevey - TV Läggasse Bern 30:31 (18:15)

Di Pasquale, Liechti; Schmid (8/5), Mollet (7), Tempesta (5), Oberholzer (4/2), Charczuk (3), Friebe (2), Carratu (1), Jost (1), Stalder, Joss

 

 

Kurzes Fazit zur Hinrunde:

Mit 17 Spielern ist die erste Mannschaft des TV Länggasse Bern 1 in die Saison gestartet. Der Kader ist mit einer guten Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern versehen, wobei eine Ablösung der älteren Generation bereits letzte Saison mit dem Karriereende von einigen Ende-Dreissigern begonnen hatte. Durch schwere Verletzungen einiger wichtiger Führungsspieler mussten die Jüngeren quasi ab Saisonbeginn mehr Verantwortung wahrnehmen und sich als Leistungsträger etablieren. Der Mannschaft ist es sehr gut gelungen aufgrund der intakten Mannschafts- und Spielkultur die zahlreichen verletzungs- und abwesenheitsbedingten Ausfälle zu kompensieren und sich letztlich im relativ sicheren Mittelfeld der Tabelle zu etablieren.

Aus dem kleinen, durch unnötig verlorene Spiele entstandenen Formtief hat man sich in den letzten 4 Hinrundenspielen erwachsen und selbstbewusst herausgearbeitet. Die Mannschaft hat zum Teil schwierige Situationen bravourös gemeistert, wie zum Beispiel die Auswärtsschlacht mit nur einem Auswechselspieler gegen den HBC Nyon, wo letztlich ein wichtiger Punkt errungen wurde. Die Mannschaft behält mittlerweile auch in schwierigen Situation einen klaren Kopf, hat aufgrund der Flexibilität des verbliebenen Kaders und des Rückenwindes nahezu auf alle Situationen eine passende Antwort. Ob die Pause gerade gelegen kommt kann man geteilter Meinung sein. Wichtig ist sicher, dass man Kräfte und geistige Frische sammelt und mit dem gleichen Drive in die schwere und lange Rückrunde startet. Diese beginnt gleich mit einem Kracher. Am Donnerstag, den 11.01.18 wartet im Regiocup-Viertelfinale kein geringerer als das Eliteteam der U19-Junioren des BSV. Genau an diesem Gegner scheiterte der TVL letztes Jahr ebenfalls im ¼-Finale und verpasste so den Einzug in das zum zweiten Mal stattfindende Finalfour CUP-Finale. Dieses ist das erklärte Ziel des neuen Jahres, danach warten bereits die nächsten Gegner, mit denen auch noch Rechnungen offen sind.

Es verspricht also eine spannende und herausfordernde Rückrunde der Saison 2017/18 zu werden.

Seid dabei und helft den Jungs lautstark von der ehrwürdigen Tribüne des bald zu sanierenden Spitz!!!

Bericht: Jens Friebe

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